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Wachteln und Hühner im Herbst

Fütterung, Haltung und Gesundheitsmanagement im jahreszeitlichen Wandel

Der Herbst als kritische Phase für Deine Wachteln & Hühner


Der Herbst bedeutet stets eine kritische Phase im Lebenszyklus Eurer Hühnern und Wachteln. Kürzere Tage, niedrigere und schwankende Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit wirken sich unmittelbar auf Physiologie, Verhalten und Gesundheit der Tiere aus. Für Euch als Geflügelhalter ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die Versorgung Eurer Lieblinge, als letztendlich die Managementstrategien für Euren Bestand, an die saisonalen Bedingungen anzupassen.

Die Besonderheiten dieser Übergangszeit betreffen insbesondere:

  • Photoperiodik und deren Einfluss auf Legeleistung und damit die hormonelle Steuerung,
  • Ernährung, da sich der Energiebedarf mit fallenden Temperaturen verändert und die Anforderungen an die Mikro- und Makronährstoffversorgung angepasst werden muss,
  • Stallklima, das durch Feuchtigkeit und sinkende Temperaturen besonders herausfordernd wird,
  • Parasiten- und Krankheitsmanagement, da feuchtes Klima die Prävalenz vieler Pathogene erhöht,
  • Verhalten und Tierwohl, da reduzierter Auslauf und/oder weniger Alltagshighlights Beschäftigungsdefizite verursacht,
  • und nicht zuletzt die artenabhängigen Unterschiede, da Wachteln z.B. deutlich empfindlicher auf Stress und klimatische Einflüsse reagieren als Hühner.

1. Photoperiodik und hormonelle Steuerung

1.1 Physiologische Grundlagen

Die Reproduktion von Geflügel generell wird stark durch die Länge des Tageslichts gesteuert. Über die Retina und die Zirbeldrüse werden photoperiodische Signale an das Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-System weitergeleitet. Kürzere Tage im Herbst führen zu einer Abnahme der Gonadotropinfreisetzung, was wiederum eine Reduktion der Eiproduktion nach sich zieht (Etches, 1996). 

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  • Hühner: Zur Aufrechterhaltung einer konstanten Legeleistung sind 14–16 Stunden Licht pro Tag erforderlich (Etches, 1996). Sinkt die Tageslichtdauer unter 12 Stunden, setzen viele Hennen in eine Legepause ein.
  • Wachteln: Reagieren noch sensibler. Bereits bei < 13 Stunden Tageslicht kann es zu einer deutlichen Reduktion der Eiablage kommen (Shanaway, 1994).

Heißt: Eure Wachteln und Hühner werden früher oder später das Legen jetzt im Herbst einstellen. Und das ist sogar gut! Denn:

Neben der Reproduktion beeinflusst die Photoperiodik auch die Mauser. Wachteln und Hühner gehen im Herbst in die Mauser, wodurch die Eiproduktion natürlicherweise sinkt. Diese Phase erfordert eine gezielte Anpassung der Fütterung, da die Mauser ein extrem zehrender Prozess ist. Es ist also eine absolute Doppelbelastung, wenn die Mauser bereits stattfindet, wenn die Hennen noch legen. 

Praktisches Lichtmanagement

Wie genau arbeitest Du nun am schlauestem im Thema Licht, um Deine Wachteln und Hühner optimal unterstützen zu können?

Natürliches Lichtregime
Besonders in der Hobbyhaltung wird häufig auf künstliche Beleuchtung verzichtet. 

Vorteil: Das reduziert die Legeleistung, entspricht aber dem natürlichen Zyklus und ermöglicht den Tieren eine regenerative Pause. 
Nachteil: Zu wenig Licht kann nachweislich negative Auswirkungen auf Immunsystem und Wohlbefinden haben.

Kontrollierte Lichtverlängerung

In der professionellen Legehennenhaltung wird das Tageslicht durch künstliche Beleuchtung verlängert. Lichtstärken von 10–15 Lux gelten als ausreichend (Blokhuis & van der Haar, 1992). Die Beleuchtung sollte gleichmäßig und flackerfrei sein, da Geflügel Flimmerfrequenzen anders wahrnimmt als der Mensch.
Diese kontrollierte Verlängerung der Tageszeit setzt sich auch in der Hobbyhaltung mehr und mehr durch. Dabei liegt der Fokus aber nicht auf einem künstlich angeregtem Legeverhalten, sondern auf einer Stimulierung des Immunsystems, ohne dabei in das Legen zu kommen. Dafür bleibt man knapp unter der fürs Legen benötigten Belichtungsdauer. Das sind in der Regel zwischen 12 und 13 Stunden, kann aber durch aus variieren.

Gestufte Anpassung
Um Stress zu vermeiden, sollte die Lichtdauer nicht abrupt verändert werden. Eine Erhöhung oder Reduktion von ca. 30 Minuten pro Woche gilt als optimal (Etches, 1996).


Dauerhafte Beleuchtung
Die Tiere haben dauerhaft Licht an. Das ist nicht artgerecht. Wachteln und Hühner brauchen ununterbrochene Dunkelphase für eine natürliche Nachtruhe. Künstliches Licht darf die Tiere nicht überstrapazieren, sodass eine tägliche Lichtdauer von maximal 16 Stunden gesetzlich vorgeschrieben ist. 

Risiken unsachgemäßen Lichtmanagements

Unsachgemäße Beleuchtung kann zu erheblichen Problemen führen:

  • Federpicken und Kannibalismus treten häufiger bei zu hoher Lichtintensität oder bei plötzlichen Lichtwechseln auf (Blokhuis & van der Haar, 1992).
  • Stressreaktionen wie Unruhe, verringerte Futteraufnahme und reduzierte Fruchtbarkeit sind mögliche Folgen eines inkonsistenten Lichtmanagements.

Sowohl bei Wachteln, als auch bei Hühnern sollten Ihr dringend mit einer sogenannten Bird Lamp arbeiten. Diese ist flackerfrei und dem natürlichen Licht nachempfunden. Durch einen zusätzlichen Zapfen auf der Netzhaut nehmen Wachteln und Hühner "normales" Licht meist flackernd wahr, was zu einem enormen Stressfaktor führt.

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Fütterung im Herbst

Die Fütterung von Hühnern und Wachteln im Herbst unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Sommer- und Winterfütterung. Während im Sommer die Thermoregulation eher auf Wärmeabgabe fokussiert ist, erfordert der Herbst durch sinkende Temperaturen und wechselhaftes Klima eine Anpassung des Energie- und Nährstoffangebots. Der Übergang ist kritisch, da die Tiere ihre Stoffwechselprozesse auf die neue Jahreszeit einstellen müssen.

Hühner und Wachteln sind homoiotherme Tiere und müssen ihre Körpertemperatur (Huhn ca. 41–42 °C, Wachtel ca. 41,5 °C) auch bei fallenden Außentemperaturen stabil halten. Das erfordert zusätzliche Energie, die in den Futterrationen bereitgestellt werden muss (Leeson & Summers, 2001).

Energiebedarf


Der Energiebedarf steigt mit sinkender Umgebungstemperatur, da der Energieaufwand für die Thermoregulation zunimmt. Besonders im thermoneutralen Bereich (Huhn: ca. 18–24 °C; Wachtel: 20–25 °C) wird der Futterverbrauch durch die Tiere selbst reguliert. Fällt die Temperatur unter diese Spanne, steigt der Energiebedarf deutlich (NRC, 1994).
Heißt für Euch: Eure Wachteln und Hühner dürfen ordentlich verwöhnt werden. Besonders lipidreiche, wertvolle Saaten, gerne in Kombination mit vitaminreichen Beeren sind jetzt optimal und dürfen mehr genascht werden, als im Sommer. Die findest Du zum Beispiel im Sauer-macht-lustig-Topping. Aber auch die Picklöffel Detox, Vitalität und Wald & Feld ergänzen jetzt das Kräuterkorn als Hauptfutter optimal.

Empfehlung: Der Energiegehalt der Ration sollte im Herbst um ca. 5–10 % über dem Sommerniveau liegen, abhängig von Stallklima und genetischem Leistungspotenzial der Tiere.

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 Proteine und Aminosäuren für Deine Wachteln und Hühner im Herbst 

Obwohl die Legeleistung im Herbst häufig sinkt, bleibt die Proteinversorgung von entscheidender Bedeutung!
Und hier werden leider oft Fehler gemacht... Ein Mangel an Eiweiß oder essenziellen Aminosäuren führt zu:

  • verminderter Legeleistung auf Grund eines Mangels, nicht auf Grund abiotischer Faktoren, was zum Ausmergeln der Wachteln und Hühner führt
  • schlechter Befiederung (besonders während der Mauser), bis hin zu einer Stockmauser. Durch die daraus folgende verschlechterte Thermoregulierung kommt es oft zu Folgeproblemen in Immunsystem und Abwehrstärke
  • erhöhter Krankheitsanfälligkeit.

Deswegen empfehlen wir das Kräuterkorn als optimales dauerhaftes Hauptfutter.

Die beiden limitierenden Aminosäuren in der Geflügelernährung sind:

  • Methionin – wichtig für Federbildung und Legeleistung,
  • Lysin – entscheidend für Wachstum und Muskelbildung.

Studien zeigen, dass Defizite in diesen Aminosäuren rasch zu Produktions- und Gesundheitsproblemen führen (Klasing, 1998).

Wichtig ist es daher, eine dauerhaft zuverlässige Versorgung mit Proteinen zu gewährleisten. Wer seine Tiere zusätzlich noch unterstützen möchte, kann beispielsweise mit dem Beeren-Protein-Löffel oder dem Verdauungs-Protein-Topping arbeiten. 

Mineralstoffe und Vitamine

Der Mineralstoff- und Vitaminbedarf verändert sich im Herbst insbesondere durch die reduzierte Sonnenexposition und die beginnende Mauser. 

  • Calcium und Phosphor: Unverzichtbar für die Schalenbildung, auch wenn die Legeleistung sinkt. Ein Mangel führt zu Schalenfehlern und Knochenproblemen (Klasing, 1998) und kann sogar zu Brüchen des Brustbeins führen.
  • Vitamin D3: Aufgrund geringerer UV-B-Strahlung im Herbst muss Vitamin D3 supplementiert werden, da es für die Calciumresorption entscheidend ist. Im Calciumkomplex ist natürlich beides schon enthalten.
  • Vitamin A bzw. Pro-Vitamin A: Unterstützt Schleimhautgesundheit, wichtig in der kühlen, feuchten Jahreszeit zur Vorbeugung von Atemwegserkrankungen.
  • Vitamin E und Selen: Antioxidantien, stärken das Immunsystem und reduzieren oxidative Schäden (Surai, 2002). 
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 Sekundäre Pflanzenstoffe und Frischfutter

Im Herbst stehen weniger frische Pflanzen zur Verfügung. Dennoch können bestimmte saisonale Leckereien eingesetzt werden, um die Fütterung Deiner Tiere zu bereichern.

  • Grünkohl: Reich an Carotinoiden und Vitamin C, stärkt das Immunsystem.
  • Karotten: Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A, also Pro-Vitamin A.
  • Kürbis: Liefert Rohfaser und Antioxidantien, wird von Wachteln und Hühnern gerne aufgenommen. Wir empfehlen Dir, unbedingt die Ölkürbisse zu verwenden, denn die sind garantiert komplett ungespritzt, regional von Hand geerntet und die weichen Samen sind absolute Superfoods!
  • Brennnesseln (frisch oder getrocknet): Reich an Proteinen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Carotinoide haben nachweislich positive Effekte auf das Immunsystem und die antioxidative Kapazität (Surai, 2002).


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Fütterung während der Mauser

Neben der regulären Fütterung im Herbst, die eben beschrieben wurde, gibt es während der Mauser noch einige besondere Highlights zu berücksichtigen. 

Der Herbst fällt bei vielen Hühnern in die Zeit der Mauser – ein energie- und proteinintensiver Prozess, bei dem das Federkleid vollständig erneuert wird. 

  • Proteinbedarf steigt durch die Federbildung um ca. 10–15 % (Etches, 1996).
  • Methionin ist dabei die wichtigste Aminosäure, da es direkt in die Keratinbildung der Federn eingeht.
  • Eine unzureichende Versorgung führt zu verzögerter Mauser und schlechter Gefiederqualität. 

Was tut Deinen Tieren jetzt besonders gut?

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Rosen-Kräuter-Würmchen

Euren Lieblingssnack gibt es jetzt endlich auch in der großen Packung! Für noch mehr Naschspaß und tolle Momente. :)

  • für ganz viel Spaß beim Naschen
  • mit leckeren und bekömmlichen Kräutern
  • lässt sich perfekt aus der Hand füttern
  • mit Hermetia-Larven 
  • abgerundet mit edlen Rosenblüten
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Topping Verdauungs-Proteinlöffel

  • mikrobiell regulierend
  • pflegt Darmschleimhäute 
  • Leberstoffwechsel aktivierend
  • Eiweißdefizite vermeidend bzw. gezielt ausgleichend
  • Lysin & Methionin, für Gefiederbildung und Zellstoffwechsel
  • Arginin, essentiell für Immunreaktionen & Entgiftung
  • Leucin & Isoleucin, unterstützend für Muskelregeneration & Nervenfunktionen 
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Sauer-macht-lustig-Topping

Unser starkes Topping für:  

  • eine Stärkung des Immunsystems
  • eine Förderung der Verdauung
  • mehr Energie und Vitalität
  • gesundes und schönes Gefieder


Kombiniert mit natürlicher Freude am Picken... Denn unser Sauer-macht-lustig-Topping schmeckt durch die erlesenen Inhaltsstoffe einmalig gut. Ein echtes Geschenk der Natur.

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Öl-Kürbis aus Nachbars Garten 

  • Unbehandelt & naturbelassen
  • Stark für Verdauung, Darmgesundheit, Immunsystem
  • Schalenlose Kürbiskerne und damit besonders gut verdaulich
  • Unterstützt gegen Endoparasiten wie Würmer
  • Liebevoll per Hand geerntet
  • Regional angebaut & kurze Wege
  • Fördert Biodiversität & Nachhaltigkeit
  • Lang haltbar über Herbst und Winter
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Saatenstrauß Große Liebe

  • Pseudogetreidesorten wie Quinoa und Amaranth & Hirsesorten sind glutenfrei, wodurch der Verdauungs-apparat, Vitalität und Wohlbefinden gefördert und unterstützt werden
  • proteinreich und besonders reich an den essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin
  • reich an Calcium (bei hervorragender Bioverfügbarkeit!), Magnesium und Eisen
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Nutrilöffel Calciumkomplex

  •  Optimale Versorgung während der Mauser und der Legeperiode.
  • Unterstützt ein gesundes Haut- und Gefiederbild und eine starke Eierschale 
  • Inkl. Dosierungskappe
  • Sparsam und ergiebig
  • Unterstützt vitale und gesunde Wachteln und Hühner 
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Pick-Töpfchen 2er-Pack

  • 2 Picktöpfchen mit unterschiedlichen Mineralisierungen
  • Im wieder verwendbaren Tontöpfchen
  • Stabil und langlebig
  • Darf dauerhaft angeboten werden
  • Fördert eine bedarfsorientierte Mineralstoff-aufnahme 
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Saisonale Beeren

Besonders geeignet sind

  • Holunder
  • Weißdorn
  • Sanddorn
  • Hagebutten
  • Vogelbeeren
  • Aroniabeeren
  • Schlehen
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 Stallklima und Hygienemanagement im Herbst 

Thermoregulation und Komfortzone 

Geflügel ist homoiotherm, benötigt jedoch ein eng definiertes Temperaturfenster für optimale Leistung. Der sogenannte thermoneutrale Bereich liegt bei: 

  • Hühnern: 18–24 °C
  • Wachteln: 20–25 °C

Fällt die Temperatur darunter, steigt der Energieaufwand für die Wärmeproduktion, was die Futteraufnahme erhöht (NRC, 1994). Liegt sie darüber, sinkt die Futteraufnahme und es drohen Leistungseinbußen. 

Im Herbst ist die Herausforderung die hohe Variabilität: tagsüber noch warme Temperaturen, nachts jedoch starke Abkühlung. Für die Tiere bedeutet dies einen ständigen Anpassungsstress. 

Luftqualität

Neben Temperatur sind Luftfeuchtigkeit und Luftreinheit entscheidend.

  • Relative Luftfeuchtigkeit: Optimal 60–70 %.
    • Zu hohe Werte (> 80 %) begünstigen Schimmelbildung, Kokzidien und bakterielle Erkrankungen.
    • Zu niedrige Werte (< 50 %) führen zu trockenen Schleimhäuten und erhöhter Staubbelastung.
  • Ammoniak: Entsteht durch Zersetzung von Harnsäure.
    • Bereits ab 20 ppm kommt es zu Schleimhautreizungen und erhöhtem Risiko respiratorischer Infektionen (Caveny et al., 1981).
    • Ab 50 ppm treten Augenschäden und deutliche Leistungseinbußen auf.
  • Staub: Geflügel reagiert sensibel auf Feinstaubpartikel, die Bakterien und Viren transportieren können. Besonders im Herbst, wenn Einstreu langsamer trocknet, steigt die Belastung.


Daher solltet Ihr immer auf eine saubere, trockene Umgebung achten. Sehr bewährt ist eine Kombination aus Stall und Voliere, wobei beides von oben gegen Regen geschützt ist. So wird eine zu hohe Feuchtigkeit vermieden.


Einstreumanagement

Die Wahl und Pflege der Einstreu ist im Herbst besonders kritisch, da Feuchtigkeit langsamer verdunstet.

Materialien:

  • Sand iVm. Kuschelecken
  • Pinienrinde unbehandelt
  • Hackschnitzel aus harzfreiem Holz
  • Kokoseinstreu
  • Hobelspäne (bedingt)
  • Stroh
  • Kein (!) Heu

Tiefe: Mindestens 5–10 cm, um Feuchtigkeit zu binden.

Wechsel: Regelmäßiges Nachstreuen, Entfernen von nassen Stellen.

Kontrolle: Bei Auftreten von Klumpenbildung oder muffigem Geruch muss Einstreu sofort erneuert werden.

Feuchte Einstreu ist ein Risikofaktor für:

  • Fußballenentzündungen (Pododermatitis)
  • Kokzidienbefall
  • Erhöhte Ammoniakentwicklung
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Hygienemanagement 

Der Herbst mit hoher Luftfeuchtigkeit und weniger Sonneneinstrahlung ist eine kritische Zeit für Infektionserreger

  • Reinigung: Vor Beginn der nasskalten Periode sollten Ställe gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Wasserhygiene: Tränken sind potenzielle Keimquellen. Eine regelmäßige Reinigung ist unverzichtbar.
  • Parasitenkontrolle:
    • Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist im Herbst noch aktiv, da Temperaturen mild bleiben.
    • Kokzidien entwickeln sich in feuchter Einstreu besonders schnell.
  • Desinfektionsmittel: Besonders zu empfehlen ist ein Desinfektionsmittel auf ungiftiger Basis.
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Gesundheitsmanagement im Herbst - So bleiben Deine Wachteln und Hühner fit und gesund!

Allgemeine Herausforderungen

Der Herbst ist für Geflügelbestände ein kritischer Übergangszeitraum. Während die Sommermonate durch hohe Temperaturen und Insektenbelastung geprägt sind, bringt der Herbst vor allem Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und weniger Sonnenexposition mit sich. Diese Faktoren wirken direkt auf die Immunabwehr und Infektionsdynamik.

  • Feuchte Einstreu und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen Kokzidien und bakterielle Erkrankungen.
  • Kühle Zugluft erhöht das Risiko von respiratorischen Infekten.
  • Abnehmendes Sonnenlicht reduziert die körpereigene Vitamin-D-Synthese und damit die Immunabwehr.
  • Parasiten wie die Rote Vogelmilbe bleiben in milden Herbstperioden aktiv.

 Parasitenmanagement im Herbst

Wachteln Hühner Herbst Herbstfütterung Mauser Immunsystem Milben Fütterung Haltung Wechsel Gefieder Ektoparasiten

 Ektoparasiten

  • Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae):
    • bleibt auch bei Außentemperaturen über 10 °C hochaktiv (Maurer et al., 2009)
    • führt zu Anämien, reduzierter Legeleistung, Federpicken und kann Krankheitserreger wie Salmonellen übertragen
    • wird unbehandelt lebensgefährlich, besonders für Jungtiere und geschwächte Tiere
    • Bekämpfung: mechanische Maßnahmen (Ausräumen, Abflammen von Sitzstangen), Kieselgur oder Microgur, Sandbäder, zugelassene (!) Akarizide
  • Federlinge und Läuse:
    • treten häufig bei längeren Stallaufenthalten auf
    • Kontrolle durch regelmäßiges Absuchen und ggf. Einsatz von Kieselgur oder geeigneten Präparaten
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Endoparasiten

  • Kokzidien (Eimeria spp.):
    • Entwicklung gefördert durch feuchte Einstreu.
    • Symptome: blutiger Durchfall, Abmagerung, Leistungseinbruch.
    • Prophylaxe: 

Hygienemanagement
regelmäßige Darmkuren und Stärkung von Immunsystem und Darmmikrobiom durch eine starke, naturnahe Fütterung
ggf. Impfungen bei Hühnern; bei Wachteln ist eine Impfung meist nicht verfügbar.

  • Therapie: Darmkur, Immunkur, angepasste Fütterung, ggf. Kokzidiostatika nach tierärztlicher Indikation.
  • Spul- und Haarwürmer (Ascaridia galli, Capillaria spp.):
  • Häufig im Freilauf, auch im Herbst relevant.
  • Therapie: regelmäßige Darmkuren und Stärkung von Immunsystem und Darmmikrobiom durch eine starke, naturnahe Fütterung
    • Anthelmintika-Einsatz nach Kotuntersuchung und tierärztlicher Verordnung.

Respiratorische Erkrankungen

Respiratorische Erkrankungen sind im Herbst besonders relevant, da hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen Schleimhäute schwächen. In den meisten Fällen kann durch naturheilkundliche Ansätze, ätherische Öle, gesunde, starke Fütterung, gute Hygiene und ein stressfreies Umfeld viel bewegt werden. Aber Achtung: Erkrankungen der Atemwege sind bei Wachteln und Hühnern in der Regel langwieriger. Eine Besserung erfolgt also nicht wie beim Menschen i.d.R. nach wenigen tagen.

Tierärztliche Hilfe ist meist unumgänglich bei:

  • Mykoplasmose (z. B. Mycoplasma gallisepticum)
    • Symptome: Nasenausfluss, Schwellung der Sinus, Röcheln.
    • Übertragung durch direkten Kontakt und Aerosole.
    • Prävention: Biosicherheit, stabile Stallbedingungen, keine Zugluft.
  • Infektiöse Bronchitis (IBV)
    • Hochansteckendes Coronavirus.
    • Symptome: Husten, Niesen, Legeschalenfehler.
    • Prävention: Impfprogramme in professioneller Haltung, in der Hobbyhaltung meist nicht praktikabel.
  • Kolibazillose (Escherichia coli)
    • Häufig als Sekundärinfektion nach viralen oder mykoplasmatischen Erkrankungen.
    • Verläuft oft perakut und kann ganze Bestände erfassen.
    • Prophylaxe: Stallhygiene, sauberes Wasser, Reduktion von Staub und Ammoniak.


Immunstatus und immunrelevante Ernährung

Das Immunsystem von Geflügel unterliegt saisonalen Schwankungen. Mit sinkender UV-Exposition und steigender Feuchtigkeit sinkt die natürliche Widerstandskraft (Klasing, 1998).
Daher empfehlen wir regelmäßig (4x jährlich) eine Darmkur. Auch Keimfutter kann, wenn richtig zusammengestellt, einen enormen Mehrwert bringen, da es randvoll mit Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen uvm. ist. 

  • Vitamin D3: zentral für Calcium-Stoffwechsel und Immunmodulation.
  • Vitamin A: schützt Schleimhäute, wichtig für respiratorische Abwehr.
  • Vitamin E und Selen: Antioxidantien, reduzieren oxidative Stressbelastung (Surai, 2002).
  • Probiotika und Präbiotika: können die Darmflora stabilisieren und gegen Kokzidien und pathogene Bakterien wirken (Mountzouris et al., 2010).


Wichtig:
Neben Fütterung und Haltung spielt auch die Biosicherheit eine entscheidende Rolle.

  • Zugangskontrolle: Besucher und fremde Tiere fernhalten.
  • Quarantäne: Neue Tiere mindestens 3 Wochen separat halten.
  • Trennung von Altersgruppen: Jungtiere sind besonders anfällig.
  • Futter- und Wassersicherheit: Schutz vor Nagetieren und Wildvögeln.



Wenn Ihr diese Tipps beherzigt, werdet Ihr mit Euren Wachteln und Hühnern den Herbst ordentlich genießen können!

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Literatur & Studien

  • Blokhuis, H. J., & van der Haar, J. W. (1992). Effects of stocking density and environmental enrichment on behaviour and performance of laying hens. Applied Animal Behaviour Science, 30(1), 151–158.
  • Bradbury, J. M. (2001). Avian mycoplasmas. In: Jordan, F. et al. (Eds.), Poultry Diseases. W.B. Saunders.
  • Caveny, D. D., Quarles, C. L., & Greathouse, G. A. (1981). Atmospheric ammonia and broiler cockerel performance. Poultry Science, 60(3), 513–516.
  • Etches, R. J. (1996). Reproduction in Poultry. CAB International.
  • FASS (Federation of Animal Science Societies). (2010). Guide for the Care and Use of Agricultural Animals in Research and Teaching.
  • Jones, R. B., & Mills, A. D. (1999). Divergent selection for social reinstatement behaviour in Japanese quail: Effects on sociality and social discrimination. Poultry and Avian Biology Reviews, 10(4), 213–223.
  • Klasing, K. C. (1998). Comparative Avian Nutrition. CAB International.
  • Leeson, S., & Summers, J. D. (2001). Nutrition of the Chicken. University Books.
  • NRC (National Research Council). (1994). Nutrient Requirements of Poultry (9th ed.). National Academies Press.
  • Newberry, R. C. (1995). Environmental enrichment: Increasing the biological relevance of captive environments. Applied Animal Behaviour Science, 44(2-4), 229–243.
  • Permin, A., & Hansen, J. W. (1998). Epidemiology, diagnosis and control of poultry parasites. FAO Animal Health Manual No. 4.
  • Shanaway, M. M. (1994). Quail Production Systems: A Review. FAO Animal Production and Health Paper 122.
  • Sparagano, O. A. E., George, D. R., Harrington, D. W. J., & Giangaspero, A. (2014). Significance and control of the poultry red mite, Dermanyssus gallinae. Annual Review of Entomology, 59, 447–466.
  • Surai, P. F. (2002). Natural Antioxidants in Avian Nutrition and Reproduction. Nottingham University Press.